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Der MechForce Germany Mech - Teil 2

Artikel vom 05.01.2008 aus Hintergrund.

Quelle: Life Support #2
Autor: Hans-Jörg Neubert

Fortes, Fortuna, Iuvat

Noch jetzt klingt mir der Schrei aus hundert Kehlen im Ohr, obwohl ich mittlerweile so viele Lichtjahre von Galatea und der Akademie entfernt bin.

Es gibt wohl kaum einen schöneren Moment im Leben als den, in dem sich die Tore des Mechhangars öffnen und Dir dein neuer Mech entgegentritt. Aber es gibt auch keinen angstvolleren! Was wird es sein? Ein Locust, ein Atlas? Was, wenn es ein Charger ist? So wartete ich, und mein Warten wurde belohnt. Heraus trat eine Wolverine, eine WVR-6R. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, so hätte ich nichts anderes gewollt. Wer sonst vereint auf diese Weise Feuerkraft, Panzerschutz und Schnelligkeit? Machtvoll stand er dort, bereit, mit mir gegen alle Feinde Steiners zu ziehen, seien es nun die sturen Samurais von Kurita oder die glattzüngigen Heuchler von Davion.

Doch das ist bereits Vergangenheit und nun bin ich hier auf Tamar, zwar mit meinem Mech "Lancelot", aber ohne Einheit! Irgendwo in den unendlichen Weiten der Steiner-Bürokratie musste mein Versetzungsbefehl vertauscht worden sein. Die vierten Tamarjäger waren ganz schön erstaunt, als ich mich bei ihnen melden wollte. Ich hoffe nur, meine richtige Einweisung kommt bald und findet diesmal ihren Weg.

Bis dahin war ich als Ersatz für einen ausgefallenen Piloten die Nummer drei in Niemeyers Scoutlanze, zweite Kompanie, zweites Batallion der vierten Tamarjäger. Und als der Auftrag kam, eine Gefechtsaufklärung auf dem Kuritaplaneten "The Edge" durchzuführen, um die Operation Thor vorzubereiten, so war die zweite Kompanie, "Vargiu´s Blitz", die dafür ausgesucht wurde. Sie war auch genau die Art Kompanie, die für solche Überfälle am besten geeignet war. Hauptmann Vargiu ist ein hochdekorierter Veteran der Grenzkriege. Viele Angriffe hat er schon dadurch entschieden, dass er mit seiner schnellen Kompanie, seinem roten Victor vorneweg, zum Sprung ansetzte. Es war eine Auszeichnung für mich, in dieser Kompanie dienen zu dürfen. Aber ehrlich gesagt, wahrscheinlich war es nur "Lancelot", der besonders gut zu dieser Kompanie passte. An diesem Morgen war es nun endlich soweit. Die zweite Kompanie war dabei, sich in das Landungsschiff der Union Klasse "München" einzuschiffen.

Vorne weg die Befehlslanze mit Vargius´ Victor an der Spitze, dicht gefolgt von dem Shadow Hawk seines Stellvertreters, Oberleutnant Zettling, sowie einem Crusader-L und einem Blackjack. Dann folgte die als schnell und tödlich bekannte Angriffslanze, "Müllers Vergeltung", mit ihrem Griffen, einem seltenen Quickdraw, einem Dervish und einem dieser biederen Davion Enforcer. Gesteuert wurde er von einem Davion-Austauschpiloten, der auch hier stolz sein Abzeichen der 33.Avalon Hussaren RCG trug, ganz so, als ob er uns beleidigen wollte. (Ich fragte mich nur, warum er so absichtlich auf seine Rückendeckung verzichtete? Den Abschluss bildete unsere Scoutlanze, angeführt von Leutnant Anna Niemeyer in ihrem Grasshooper, ein Mech, der von vielen unterschätzt wird. Danach kam Sergeant Lohman, elegant, gerade zu stolzierend in seinem Assassin. Als ich mich hinter ihn setzte, war mir klar, wie unbeholfen ich meine Wolverine bewegte. Mein erster Kampfeinsatz. Ich schwor mir, weder meinen Ausbildern auf der Akademie noch meinem Mech Schande zu machen. Den Abschluss bildete Feldmann in seiner Valkyrie. Er war ein echter Steinerblut. Und so schlecht sein Geschmack bei Mechs war, so gut war sein Ruf als Scout.

Der Flug selbst war ereignislos. Nachdem wir unsere M;echs in ihre Boxen gesteuert hatten und sie von den Techs gesichert worden waren, gingen wir in unsere vier-Mann-Buden, wo jeder seine Nerven auf seine Art und Weise beruhigte. Es gelang einigen sogar zu schlafen. Anfangs versuchte ich, mich auf ein Kartenspiel zu konzentrieren. Aber nach einer Weile trieb es mich hinaus in die Mechboxen, wo er stand: Die Wolverine.

Obwohl ich wusste, dass ich nicht sein erster Pilot war, so hatte ich doch den Eindruck, dass er die ganzen Jahre nur auf mich gewartet hatte. Wie hatte ich nur in den Simulatorkämpfen auf der Akademie an anderen Mechs gefallen finden können? Heute muss ich lachen, wenn ich daran zurückdenke, wie zufrieden ich mit einem Plumpen Orion oder einem langsamen Centurion war. Und ich schwor mir noch einmal, mich meines Mechs als würdig zu erweisen. Ich versuchte mir, die Anweisungen für den Kampf in einer Wolverine ins Gedächtnis zurück zurufen. Klopfe den Gegner aus der Entfernung mit der Autokanone weich. Bleibe ständig in Bewegung und lass ihn seine Hitze hochtreiben. Dann stürme heran und mach ihn im Nahkampf mit dem Laser und den Kurzstreckenraketen fertig. Oder versuche, deine Beweglichkeit auszunutzen und in seinen Rücken zu kommen. Nur wenige andere Mechs waren so ausgewogen in ihrer Mixtur von Beweglichkeit und Lang- und Kurzstreckenbewaffnung bei geringer Hitzeentwicklung, wie die Wolverine.

Nun lag es nur noch an mir, dies umzusetzen, um Angst und Vernichtung unter meinen Gegnern zu verbreiten. Auf The Edge sollten uns die 17. Rasalhaguer Regulären erwarten, die "Veteranen von Tamar". Alleine für die Frechheit, diesen Namen in Ihrem Logo zu führen, gehörten sie bestraft. Unser Ziel war es, die Fähigkeit dieser Einheit zu testen, als geschlossener Verband kämpfen zu können, oder ob Sie, wie wir es von Ihnen gewohnt waren, schnell in entschlossene, aber getrennte Teileinheiten zerfallen würden. Diese Eigenart lag wohl daran, dass der Drache aus Angst, die Rasalhaguer Unabhängigkeitsbestrebungen zu fördern, die MechKrieger aus diesem Distrikt ständig hin und her versetzte. Aber als individuelle MechKrieger waren sie Spitze!

Die 17. waren als schnelle und leichte Scouteinheit bekannt. Jenner und Whitworth. Daher mussten wir unseren Rückzug nach Erfüllung unseres Auftragen sorgfältig planen.

Unsere Jagdlanze sollte eine Kompanie des Gegners aus der Festungsstadt Ullbrand herauslocken und in die Arme der Befehls- und Angriffslanze führen. Der Plan war nicht schlecht, aber ...

Wenige Tage später erreichte unser Sprungschiff "Heimkehr" (Scoutklasse) einen Piratensprungpunkt über The Edge und unser Landungsschiff wurde abgekoppelt. Wir rasten unserem Zielpunkt mit 1,5G entgegen. wie erfahrene MechKrieger erzählten, war dies die schlimmste Phase eines Angriffes. man liegt in seinem Mech, eingehüllt in der Mechbox wie eine Raupe in ihrem Kokon und wartet auf den Moment wo es heißt "Lanze los! Perimeter sichern!". Bis dahin kann man nur hoffen, die Luft- und Raumverteidigung überrascht zu haben. Oder man schwört, den Bedienungen der Schiffsgeschütze ab sofort den doppelten Sold zu zahlen. Soweit hatten wir jedoch Glück. Keiner der gefürchteten Killer-Raumjäger der planetaren Verteidigung griff uns an. Planmäßig setzte das Landungsschiff in dem erzhaltigen Gebirge ca. 40 Kilometer vor Ullbrand auf. Auf diese Weise war es vor einer Entdeckung durch Radar oder MAD geschützt. Um eine Aufklärung durch IR zu vermeiden, wurden sofort sämtliche Aggregate abgeschaltet. Dadurch wurde zwar ein Alarmstart verhindert, da die Fusionsreaktoren erst wieder hochgefahren werden mussten, aber wichtiger war es, unentdeckt zu bleiben.

Sofort sprintet Lehmann mit seinem Assassin über die Rampe und sicherte in Richtung Ullbrand. Er ging ca. 700 Meter vom Schiff entfernt in Stellung, knapp außerhalb der maximalen Reichweite einer PPK. Auf dieser Weise wurde verhindert, dass ein feindlicher Mech ungehindert das Landungsschiff unter Beschuss nehmen konnte. Da der Assassin der schnellste Mech unser Abteilung war, viel ihm diese riskante, aber ehrenvolle Aufgabe zu. Sofort nach seiner Klarmeldung verließen die Lanzenführerin und ich das Schiff um mit unseren kampfstarken Maschinen Rückendeckung geben zu können. Wir gingen, betrachtet man Lehmanns Position als 12 Uhr, in 9 bzw. 3 Uhr in Stellung. Als letzter Mech der Jagdlanze sprang Feldmann auf einen Hügel bei 6 Uhr, um nach hinten zu sichern. Diese Standardformation beim Verlassen eines Landungsschiffes nennt man den "Diamanten". Jetzt konnten auch die Befehls- und die Angriffslanze das Schiff verlassen. Bisher war alles glatt verlaufen, und wie Feldmann über Takkom meinte, zu glatt. Wie sich leider zeigen sollte, hatte er recht.

Unsere Aufgabe war es nun, Angriffspositionen ca. 10 Kilometer vor der Stadt einzunehmen. Hier sollten wir auch unsere Falle aufbauen. Wieder nahm Lohmann die Spitze, der Rest der Lanze folgte in der typischen Steinerraute, das heißt Feldmann in seiner Valkyrie und ich gingen seitlich versetzt hinter dem Assassin, während der Leutnant folgte. Da wir äusserst vorsichtig marschierten, dauerte es eine ganze Stunde, bis wir unser Ziel erreichten. Von nun an waren wir auf uns allein gestellt, denn die beiden anderen Lanzen bauten hier ihren Hinterhalt auf.

Der Leutnant teilte uns nun seinen Plan mit: "Wie müssen uns auf Einheiten einstellen, die mindestens so schnell wie wir, aber schlechter bewaffnet und gepanzert sind. Also wenden wir den überschlagenden Einsatz an. Neubert und ich gehen voraus, ihr gebt uns mit den Raketen Deckung. Sobald wir auf den Feind treffen spielen wir den Amboss, Lohmann und Feldmann benutzen ihre Raketen als Hammer. Auf mein Kommando springen beide 150 Meter zurück und decken unseren Rückzug. Sobald der Feind zerrüttet ist, setzen wir uns ab und starten das gleiche nochmal. So haben wir es ja schon zigmal gemacht. "Neubert!" "Jawohl!" "Sie machen einfach alles nach, was ich mache. Verstanden!?" "Jawoll!" "Dann los!!"

Wir stürmten der Stadt entgegen, der Leutnant und ich vorneweg, der Rest hinterher. Wir waren vielleicht noch einen Kilometer vor der Stadt, als der ganze feine Plan in die Hose ging. Aus den Schatten der Gebäude trat mindestens eine Kompanie roter Mechs hervor und keineswegs nur kleine Kaliber. Ich erkannte einen Cyclop, einen Stalker, Archers, Marauders und noch andere schwere Kaliber. Von wegen Scoutkompanie. Und wieso rot??? Da ich erkannte plötzlich den schwarzen Drachen auf goldenen Grund an ihren Beinen.

Das war das verdammte 5. Schwert des Lichts! Es lebe der lyranische Geheimdienst!

Machtvoll stapften die schweren Mechs über die offene Ebene, die Waffen schwenkten sichtbar auf uns ein. Davor sprinteten die leichten Maschinen im typischen rücksichtslosen Kampfstil der Schwerter entgegen. Ich erkannte eine Spider, eine Stinger, eine Wasp und eine dieser unangenehmen Javelins.

Der Leutnant überwand sein Erschrecken und tat das einzige richtige. Er befahl den Rückzug. Also stürmten wir auf die Hügel zu und hofften dass das Landungsschiff die Reaktoren anlaufen ließ. Lohmann in seinem Assassin war uns natürlich voraus. Die Valkyrie war auf meiner Höhe, der Leutnant musste knapp hinter mir sein. Aber auf meinem Sekundärmonitor sah ich, dass der Grasshopper gar nicht floh! Im Gegenteil! Er griff die leichte Lanze an, die so tollkühn vorgestürmt war. Wahrscheinlich war ihr klar, dass sie für eine Flucht zu langsam war und wollte uns Zeit verschaffen. Die anderen Mechs des Schwerts konnten ihre Langstreckenwaffen nicht nutzen, aus Angst, die eigenen Leute zu treffen. Als ich die anderen über Takkom anrief, antwortete mir nur ein Schrei der Wut. Sie hatten die Wahnsinnstat anscheinend gerade auch entdeckt.

Beide machten auf der Stelle kehrt und rannten zurück. Welch ein Wahnsinn! Ich zögerte, schwankte. Aber ich konnte meine Kameraden nicht im Stich lassen. Also zurück. Sicherlich war der Rest der Kompanie auf dem Weg zu uns. Bis dahin mussten wir aushalten. Ich sah, wie der Grasshopper die Javelin mit einer vollen Lasersalve am Torso traf. Anscheinend hatte er bereits vorher getroffen, denn die KSR-Munition im rechten Torso explodierte und riss den Mech auseinander. Aber auch der Grasshopper nahm schweren Schaden. Trotzdem kämpfte er weiter. Um seinen Wärmetauschern Zeit zu geben, griff er die Stinger mit seinen schweren Kampffäusten an und schlug sie zu Boden. Gerade als ich meine Autokanone auf die Spider ausrichtete, ertönte eine befehlsgewohnte Stimme über unseren Funkkanal:

"Konnichi-wa, tapferer Feind. Ich bin Tai-sa Morrison, Kommandeut des 5. Schwert des Lichts. Ich habe euch in eurem Verhalten als Busho Sensei erkannt. Daher biete ich euch den Tod des Kriegers als letzte Station des Bushido. Hofft nicht auf Hilfe. Mein zweites Batallion stoppt den Rest eurer Kompanie. Sie kämpften gut. Sie starben tapfer. (Ich fragte mich unwillkürlich, ob das auch für den Davi galt?) Kämpft gut, gewinnt, und ihr seid frei."

Damit endete seine Ansprache und vier rote Mechs traten aus ihren Reihen hervor. Der erste war ein Orion, er deutete auf den Leutnant und seinen abgekämpften Mech. Ich schluckte. Das war selbst für einen frischen, unbeschädigten Mech ein harter Brocken. Dann kam ein Panther, offensichtlich der Gegner für Feldmanns Valkyrie. Lohmann sollte es mit einem Whitworth zu tun bekommen. Ich konnte vor Anspannung kaum atmen. Dann sah ich meinen Gegner. Es war ein stämmiger Hunchback, die Mündung seiner furchterregenden Autokanone schwarz wie der Eingang zur Hölle. "Ich bin Chu-I Sandstrom, Führer der Kampflanze Roter Drachen in der Befehlskompanie des 5. Schwertes des Lichts. 16. Steinerhunde kreuzten bisher meinen Weg, nur ich schritt weiter. Du wirst Nummer 17 werden."

Ich versuchte, mir meine Nervosität nicht anzumerken zu lassen und antwortete kühl: "Ich bin MechKrieger Hans-Jörg Neubert und habe vor, dich zu meiner Nummer 1 zu machen. Eigentlich habe ich mir jemand bedeutsameren gewünscht. Aber man nimmt halt, was man kriegen kann." Und mit diesen Worten waren wir mitten im Kampf. Die Schlange stürmte vor, um die Entfernung unter die 270 Meter zu verkürzen, die er für seine Kurzstreckenbewaffnung brauchte. Dies war auch die Schwäche dieser sonst so machtvollen Kampfmaschine, gerade auf dieser freien Fläche. Ich bestätigte die Sprungdüsen, um ein nahe gelegenes Plateau zu erreichen und dort die Entfernung zu vergrößern. Bei 500 Metern warf ich mich herum und nahm mit meiner AK Mass. Einen Schuss hatte ich, dann musste ich den Abstand wieder vergrößern. Treffer! Panzerung flog von seinem linken Arm, nur um weitere Panzerschichten freizulegen. Ich erkannte, dass ich ihn auf diese Weise höchstens verärgern konnte. Ich musste etwas anderes versuchen.

Wo ist ein Mech am empfindlichsten? Natürlich am Rücken. Mir fiel nichts besseres ein, also stürmte ich auf ihn zu. Überrascht von meiner Tollkühnheit, zielte er überhastet und feuerte mit seinem Monster von Autokanone und seinen beiden Lasern zu kurz. Ich sprang über ihn hinweg und landete direkt hinter ihm. Ich ließ alles los, was ich auf diese Entfernung benutzen konnte. Der mittelschwere Laser traf nur das linke Bein, aber vier der sechs Kurzstreckenrakten trafen den Torso und legten die innere Struktur bloß. Er taumelte, blieb aber aufrecht und schaffte es sogar, sich zu drehen. Wieder stand ich dieser furchterregenden Mündung gegenüber und diesmal konnte er einfach nicht verfehlen. Es war, als ob ein Haus über mich zusammenfiel. Der Treffer kostete mich meiner kompletten Frontpanzerung! Seine Laser trafen mich an beiden Beinen. Noch so ein Treffer, und ich war wirklich Nummer 17. Aber ich hatte geschworen, mich "Lancelot" würdig zu erweisen. Also trat ich in die Sprungpedale und wiederholte mein Manöver. Entweder hatte der Chu-I meine Sturheit oder aber die Panzerung meines Mechs unterschätzt. Dies war meine Chance. Und als ob mein Mech zeigen wollte, dass auch er sich an unseren Pakt halten wollte, schlugen seine Waffen mit fürchterlicher Gewalt auf den Hunchback ein. Sogar die Autokanone traf den rechten Arm, der Laser traf den linken Arm. Fünf der sechs Raketen trafen wieder den Torso!

Die Wirkung werde ich bis ans Ende meiner Tage nicht mehr vergessen. Die Hunchback schien erst in sich zusammen zufallen und blühte dann von innen heraus auf, als der Reaktor explodierte. Der ganze obere Teil des Mechs verschwand einfach und nur die Beine blieben zurück. (Später, zurück auf Tamar, nach den Erinnerungsfeiern für unsere gefallenen Kameraden, malte ich einen Hunchback auf meine AK 5er, und darunter eine große Eins).

Ich sah mich um. Der Panther war gerade dabei, sich aus den Trümmern der Valkyrie zu befreien. Feldmann würde wohl nie mehr aus seinem Mech aussteigen können. Lohmann war es gelungen, den Whitworth seines Gegners in den Hitzestau zu treiben. Was dies bei einem Mech mit zwei Raketenlafetten und der dazugehörigen Munition bedeutete, brauche ich wohl nicht zu beschreiben. Aber was war aus dem Leutnant geworden? Plötzlich ertönte ein Schrei über Takkom. Rechts von mir lag der Grasshopper am Boden. Ich sah, wie sich der Fuß des Orion hob... Da explodierte die Visirplatte und unsere Lanzenführerin schoss auf ihrer Pilotenliege heraus. Der Orion hob den Arm, um den Mittelschweren Laser abzufeuern, da ertönte das "Iie" seines Kommandanten über Funk. Alle Bewegung erstarb. Der rote Cyclop trat hervor und hob seinen rechten Arm zum Gruß.

"Ihr hat den Drachen beschämt. Euer Ki muss stark sein. Meiyo gebietet, euch gehen zu lassen. Shigata ga nai."

Mit diesen Worten verschwanden die roten Mechs wieder in den Schatten, aus dem sie gekommen waren. Ich nahm Leutnant Niemeyer auf und wir kehrten durch die Trümmer unserer Kameraden zu unserem Landungsschiff zurück. Keiner sprach ein Wort.

Wir fühlten, wie uns die zurückliegenden Ereignisse verändert hatten...

Zurück auf Tamar bekam ich den Befehl, mich bei meiner neuen, richtigen Einheit zu melden. In meinem Herzen werde ich aber weder die Tamarjäger noch meine kurze Zeit bei Ihnen vergessen, egal, wohin "Lancelot" mich noch bringen wird.

Hans-Jörg Neubert






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Erstversion vom 05.01.2008. Letzte Aktualisierung am 04.07.2014.