Zurück zur Startseite
Den Artikel drucken

Mückenklatscher Tagebuch

Artikel vom 05.01.2008 aus Hintergrund.

Kurze Erläuterung von Tobias Santl zum Text:
"Der folgende Ausschnitt aus dem Tagebuch eines Mechkriegers waren so was wie der Einleitungstext für unsere aktuelle BT Kampagne. Wir sind eine Scouteinheit der 3rd Lyran Regulars, der Mückenklatscher von Haus Steiner. Im Jahr 3000 befinden wir uns auf einer geheimen Mission im Kurita Raum."

Logo


12.09.2999: Im Nachhinein war es vielleicht doch keine so gute Idee. Mozirje schien wirklich ein gutes Ziel für einen Überfall zu sein. Wer konnte schon ahnen, dass sich Kurita so wehrt und das alles so lange dauert. Wir hatten es zwar alle vermutet, aber erst als wir dann überstürzt den Rückzug antraten wurde es offiziell. Das ganze Unternehmen war nicht mit dem Oberkommando abgesprochen und wieder mal so eine Privataktion der Dritten.

21.10.2999: "Unehrenhafte Beförderung". Ist wohl das einzige Wort, das die Situation richtig beschreibt. Nach unserem kleinen Ausflug hatten wir nicht nur von den Kuritisten, sondern auch von unseren Leuten eine Abreibung erhalten. Reduzierung des Nachschubs aufs Nötigste und viele Versetzungen zu und von anderen Einheiten. Da ich noch nicht so lange dabei bin, denkt man wohl ich könnte Befehle besser verstehen. Vielleicht haben sie auch nur die Tatsache falsch interpretiert, dass ich die letzte Woche unseres Ausflugs im Landungsschiff verbracht habe und mich deshalb befördert. Aber mit kaputtem Hüftaktivator ist ein Scoutmech kein Scout mehr, nur noch Drachenfutter.

02.11.2999: Meine Lanze bildet jetzt die einzige intakte Scouteinheit des ganzen Bataillons. Soweit man von intakt sprechen kann, da mein Falcon noch immer humpelt. Beim Phawk von Erzengel sieht es auch kaum besser aus. Sowohl sein Zielcomputer, wie auch der Rest seiner Cockpitelektronik sind so gut wie im Arsch. Er muss die meiste Zeit auf Sicht schießen, was unsere Übungsergebnisse nicht gerade verbessert.

13.11.2999: Fünf Mechs! Wir sind jetzt fünf Mechs. Keine Ahnung was ins Oberkommando gefahren ist. Beagle, Vermahr, Miller, Hauska und Crandall wurden zu den 22. Skye Rangern versetzt und das Überbleibsel dieser 2 Scoutlanzen kommt zu mir. Josef Schweiyk , Callsign "Kelly", irgendwo von der Marik Grenze her, wenn man seinem Namen trauen darf. Da er erst hierher versetzt wurde ist er dieser Strafversetzung seiner Lanzenkameraden entkommen. Auch wenn sein Mech nicht wirklich in meine Lanze passt, gegen einen gut gepflegten GRF-1N Griffin spricht nichts. Wir sind zwar jetzt etwas langsamer, aber unsere Feuerkraft hat sich fast verdoppelt. "Kelly" wird schon noch merken, dass der Drache fester zubeißt als eine Horde von Marik-Krämern.

23.11.2999: Ich grabe mich ein, ziehe in die Peripherie oder werde Mönch bei ComStar. Ok, streichen wir das Letzte, dann heirate ich doch lieber Hohiro Kuritas Schwester und werde Gärtner auf Luthien (hat er überhaupt eine Schwester?). Wegen mir kann die verdammte Innere Sphäre zum Jahrtausendwechsel auch untergehen, hier ist eh alles Scheiße. Die Techs sind unfähig diesen dummen Aktivator zu reparieren und so kann ich dem Rest der Truppe hinterherhinken und zuschauen wie sie über ihre eigenen Füße fallen. Garfield wäre heute am besten gar nicht aufgestanden. Wenn man einen Locust steuert, sollte man schon schauen wohin man läuft. Die Panzerbesatzung die in dieser Stellung eingegraben war wurde ganz schön durchgeschüttelt und unsere Techs haben noch ein paar Mechbeine um die sich sich kümmern dürfen.

05.12.2999: Kommandant Krüger ist stocksauer. Die Panzer die Garfield vor zwei Wochen verbeult hat sind anscheinend spurlos verschwunden. Nicht das mich das wirklich betreffen würde, aber Garfield wird seitdem von den meisten Kettenfressen misstrauisch beäugt. Ich habe heute einen Panzerfahrer in der Kantine gesehen, der sich bekreuzigt hat, nachdem Rudolf an ihm vorbeigegangen ist.

27.12.2999: Heute habe ich noch ein verspätetes Weihnachtsgeschenk bekommen. Der heilige Geist muss ja jeden einzelnen besucht haben. Zum ersten mal haben wir wie eine Scouteinheit funktioniert und langsam können sie auch zwischen einem Haus und einem Mech auf dem Radarschirm unterscheiden.

01.01.3000: Die Innere Sphäre ist also nicht untergegangen, obwohl mein Kopf mich noch vom Gegenteil überzeugen will. Dieser Schweyk kann saufen. Ich muss mir wohl aus dem Kopf schlagen bei allem besser sein zu müssen, wie der Rest der Lanze.

07.02.3000: Langsam verstehe ich warum Luigi als Callsign "Pate" gerufen wird. Mein Mech war die letzten Monate ja nur eine verrostete Statue in der Landschaft. Zeitweise hatte ich schon Alpträume noch als Entrechteter zu enden (Mir kommt dann auch immer dieses Bild von Hohiros Schwester). Gestern fährt dann ein LKW vor und drei etwas übergewichtige Männer mit schwarzem schmierigem Haar laden einen Hüftaktivator ab. Der sei bereits bezahlt und sie sind eh nur die Lieferanten. Luigi hat noch kurz mit ihnen gequatscht und alle meine Fragen mit einem Grinsen beantwortet. Wenn man den Techs glauben darf stammt der Aktivator zwar vom Falcon-Prototypen aus dem 26.Jahrhundert, aber er funktioniert besser als der Letzte.

26.02.3000: Was für ein Tag. Heute konnten wir Krüger zeigen was wir drauf haben. Es war auch ein bisschen Glück im Unglück dabei, aber so ist das Leben halt mal. Nachdem mein neuer Aktivator mal kurz einen Aussetzer hatte und ich mich nach einem Sprung flach auf die Nase gelegt hatte, sah der Rifleman seine Stunde gekommen. Dabei hat er komplett Garfields Locust vergessen. Bevor ihm sein Fehler bewusst wurde, war seine Rückenpanzerung Geschichte und seine AK-Munition flog ihm um die Ohren.

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Natürlich ist es schön wenn die Leistungen der eigenen Lanze bemerkt und gewürdigt werden und ich habe auch darauf gewartet den Kuritisten eine vor den Latz zu knallen. Nur hatte ich mir das alles etwas anders vorgestellt. Krüger hat uns auf eine Mission geschickt die Ähnlichkeiten mit diesem Gärtnerjob auf Luthien hat. Meine Lanze und nur meine Lanze befindet sich auf dem Weg nach Kirchbach. Dort sollen wir mögliche Ziele für einen bevorstehenden Angriff auskundschaften, den Feind schon mal mürbe machen und Infrastruktur zerstören. Dazu haben wir mindestens 2 Monate Zeit und sind dabei ganz auf uns gestellt. Noch dazu habe ich keine Ahnung, ob wenigstens diese Aktion mit dem Oberkommando abgestimmt ist.

18.03.3000: Den Techs zufolge haben sie den Fehler gefunden der die Aussetzer an meinem Aktivator verursacht hat. Wurde auch langsam Zeit. Auch glaube ich eine passende LZ in unserem Operationsgebiet gefunden zu haben. Leider beschleicht mich bei der Menge der vorliegenden Informationen das Gefühl, dass die Sache von Oben nicht abgesegnet ist.

20.03.3000: Sprung! Willkommen in Kirchbach. Der Nadirpunkt sollte ja eigentlich frei sein; ja eigentlich. So aber stehen hier schon zwei Sprungschiffe der Schlangen, eins sogar mit einem riesigen Kuritaemblem im Sonnensegel. Auf diese Art Begrüßungskommando hätte ich auch verzichten können. Ich weis auch nicht ob ich froh oder beängstigt sein soll, dass keine Landungsschiffe an beiden Sprungschiffen angekoppelt waren. Irgendwie bin ich beides.

23.03.3000: Wir haben Blut und Wasser geschwitzt, als heute ein Leopard längsseits gegangen ist um uns zu inspizieren. Unser Kapitän aber war ganz entspannt. Er hatte schon einen Teil der Ladung als Bestechung vorbereitet und im richtigen Augenblick "verloren".

26.03.3000: Haben die Landezone sicher erreicht. Diese tiefe Schlucht hier im Süden sollte unserem Union genügend Schutz vor den Drachenaugen geben. Sobald die Tarndecken platziert sind werde ich mit Erzengel und Kelly die nähere Umgebung erkunden.

27.03.3000: Der heutige Tag war ganz schön lang. Auch wissen wir jetzt was um die LZ so alles zu finden ist. Zuerst haben wir eine weitere Mine entdeckt, viel näher im Osten als die, die schon unserer Karte verzeichnet ist. Die Schluchten südlich dieser Mine sind stark radioaktiv und decken unsere LZ von dieser Seite ab. Im Westen graben die Schlangen für eine Straße eine tiefe Schneise in Richtung Süden. Wir waren gerade vor Ort, als ein größeres Kurita-Tier per Hubschrauber eingeflogen ist und die Bauarbeiten inspiziert hat. Als Bewachung haben wir nur eine Wasp gesehen; bis jetzt. Es könnte gut sein, dass sich das bald ändert. Wir haben nämlich auch schon den ersten Kurita Versorgungsposten gefunden. Da es uns nicht mehr möglich war ungesehen davon zu kommen, haben wir das Teil gleich überfallen. Im gesamten hatten wir es mit zwei Galleon, zwei Scorpion, einem Platoon Schlammhüpfern und einem Panther zu tun. Die Galleon waren etwas zu vorwitzig und sind ohne den Schutz der anderen gleich auf uns los. Das haben sie nicht lange durchgehalten. Leider konnten sie aber bei Kellys Griffin die linke Rückenpanzerung durchschlagen und eine seiner Sprungdüsen zerstören. Das wird uns noch Probleme bereiten. Nachdem es kurz so aussah als ob sich beide Seiten in ihre Stellungen eingraben, mussten wir den Angriff wagen. Erzengel und ich nutzen die Wälder rechts von unserer Position um in Deckung näher an den Posten heranzukommen. In der Zwischenzeit tauschten Kelly und der feindliche Panther Raketen und PPK Blitze aus, mit einem eindeutigen Punktesieg für die Schlange. Während Erzengel und ich den Scorpions, die sich auch ein kleines Wäldchen als Deckung ausgesucht hatten, die Hölle heiß machten, war es für Garfield schon fast vorbei. Der Panther lies kurz mal vom Griffin ab und schickte einen PPK Blitz in Richtung Locust. Nur mit seinem letzten Funken Glück wich Garfield aus und verhinderte eine komplette Beinamputation. Nach diesem Schreckensmoment machten wir kurzen Prozess mit den übrig gebliebenen Panzern, worauf die Infanterie ihre schon langsam brennende Stellung verlies und sich ergab. Der Pantherpilot war leider ein größerer Sturkopf. Erzengel, Kelly und ich mussten ihn noch eine halbe Stunde verfolgen, bis wie ihn abgeschossen hatten. Bis wir zurückkamen hatten Garfield und Pate das Lager schon in Schutt und Asche gelegt und etwas Ausrüstung als Beute zusammengestellt. Leider konnten wir nicht länger bleiben und noch mehr Beute machen, da die Gefahr entdeckt zu werden einfach zu groß war.

28.03.3000 Unser Rückzug gestern hat mir bewusst gemacht, dass wir es nicht wagen können weiterhin vom Landungsschiff aus zu operieren. Ich werde mich mit den Pionieren zusammensetzen um eine Strategie für ein mobiles Feldlager entwerfen.

Grasshopper







Kommentare

von Warsong:
01.11.2016
Leider schlief die Kampagne letztendlich ein, da wir keinen Termin finden konnten... Im letzten Jahr wurde sie aber mit neuen Spielern wiederbelebt. Die neuen Spieler hatten, nachdem das Oberkommando Wind von der Sache bekommen hatte, nun den Auftrag die Mückenklatscher von Kirchbach zu evakuieren.

  Kommentar abgeben
Name:
Text:
 


Erstversion vom 05.01.2008. Letzte Aktualisierung am 25.06.2014.