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Auf der Karte, an der Karte und um die Karte herum...

Artikel vom 05.01.2008 aus Fanszene / Spieler.

Kleine Dinge, die man bei BattleTech-Veranstaltungen berücksichtigen sollte.

Quelle: Life Support Nr. 7
Autor: Susanne Neumann

Es war wieder soweit, ein Con fand statt (einer von der seltenen Sorte, so einer, von dem man rechtzeitig erfahren hat und zu dem man auch hinfahren konnte.) Egal welcher es war, es könnte jeder gewesen sein; denn es gibt einiges, das sie alle gemeinsam haben. Nähern wir uns diesen Dingen einmal ganz vorsichtig: Wir betreten den Veranstaltungsort, unsere Tasche wiegt schwer von Zinn und regeln, aber wir sind uns schließlich bewusst, was wir unserem Status als Krieger schuldig sind. Ah, dort sind sie unsere Mitstreiter, dort um die Karten geschart. Es zieht uns zum Ort des Geschehen, wir grüßen alte Bekannte und ... "Ich würde einfach durchs Wasser rennen und ihn chargen....", "... aber im Kompendium steht ...", ""... ääh, darf ich mal an meinen Mech?".

Ja, richtig, wir sind in die äußere Peripherie eingetaucht, in die Gruppe der Nichtspielenden. Sie gehören einfach dazu, und wir würden sie vermissen, jedenfalls jene, die ruhig zuschauen, ab und zu bei Regelfragen aushelfen ("Wieviele Raketen kommen bei 8 an?), oder die sonstwie am Spiel Anteil nehmen, ohne zu stören. Leider gibt es da auch noch die Anderen. Sie stehen im Weg, nehmen den aktiven Spielern den Platz weg ("He, das ist mein Stuhl, ich sehe sonst nichts."), sind "gute" Freunde mit ebenso guten Ratschlägen ("Du bist doch bescheuert, warum hast Du nicht den Kleinen genommen, der hat doch keine Ahnung?")

Warum verschwindet Ihr nicht einfach an einen anderen Tisch, eine andere Karte, (in eine andere Galaxis) und tobt Euch dort aus (natürlich mit eigenem Stuhl, eigener Aussicht, eigenen Regeln, etc.)?

An der Karte sieht es aber auch nicht viel besser aus. Es fängt schon damit an, dass offensichtlich jeder meint, sein Hab und Gut sei nur sicher, wenn es sich im Radius von 50 cm um ihn herum befindet. Leider verschwindet auf Veranstaltungen immer sehr viel, aber der gesunde Menschenverstand sollte einem sagen, dass, wenn auch das lineare Anwachsen der Spielerzahl am Tisch verkraftet wird, der im Quadrat steigende Platzbedarf der Klamotten zum Problem wird. Soviel zu dem Soviel zu den Äußerlichkeiten.

Ein anderes leidiges Problem sind die Regelstreiterein. Niemand kennt alle Regeln im Detail, aber wie sich ein Treffer errechnet, oder dass ein Mech nicht rückwärts laufen kann, sollte schon bekannt sein. (Es ist ein schwaches Bild und dämpft den Spielspaß nicht unwesentlich, wenn alle Würfe nur unter der Aufsicht des Szenarioleiters durchgeführt werden können.) Aber auch, wenn die Regeln geläufig sind, kommt es zu Reibereien. Rechtzeitige Absprachen und die Grundsätze "auch schlechte Regeln für alle sind gerechte Regeln" und "Logik = LosTech" helfen hier weiter. Außerdem wird häufig vergessen, dass an der Karte miteinander (auf der Karte gegeneinander) gespielt wird, was sich im Umgangston nicht wiederspiegelt. Nichts gegen gutes Rollenspiel, z.B. haustypisches Verhalten, das gibt es leider viel zu wenig, die Grenzen der Höflichkeit sollten allerdings gewahrt bleiben (Hier spare ich mir ein Zitat.)

Ebenfalls eine Frage der Höflichkeit gegenüber Spielleitern und Mitspielern ist, sich auf das laufende Gefecht zu konzentrieren, und es nicht unnötig aufzuhalten, indem man sich ständig mit anderen Sachen beschäftigt. Es soll sogar möglich sein, am Ende der Waffenphase Bewegungen für die nächste Runde vorauszuplanen.

Unabdingbar zum Treffen von BattleTechern gehört die Geschichten vergangener Ruhmestaten. Ich liebe gute Stories, aber bitte nicht die Sorte "ich mit besonders kleinem / besonders großen / besonders tollem (selbstgebauten) Mech heldenhaft / durch Glückstreffer gegen besonders großen / besonders gemeinen Gegner gewonnen. An solchen Geschichten ist nichts besonders. Jeder hat so etwas schon erlebt und mindestens hundertmal gehört.

Dabei geschehen doch auf einer BattleTech Karte die erstaunlichsten Dinge: herumstehende Flaschen fallen um, Aschenbecher quellen über, neben Zinnfiguren tauchen andere seltsame "Counter" auf ("Wieso Müll, das sind meine Panzer..."), Würfel fallen in 6 Runden 23 mal auf die 12, Clan-Spieler Tag-en im Zweikampf alle vorhandenen Arrows ein, usw. usw. ....

Sicher, Zinnfiguren sind teuer, Zuckerwürfel sind keine echte Alternative. Es gibt meist sehr viele nette Leute, die einem gerne mit Miniaturen aushelfen. Aber den Müll gelegentlich zu entfernen, bedarf keiner großen Anstrengungen. Wer beim Benutzen von gezinkten Würfel oder anderen Arten des Manipulierens erwischt wird, sollte neben den Sanktionen seiner begeisterten Mitspieler auch überlegen, warum er eigentlich BattleTech spielt oder besser, gespielt hat.

Ein besonderer Dorn im Auge sind mir die sogenannten "Clan-Spieler", denen der technologischer Vorsprung wohl die Sinne vernebelt hat, da von "Way of the Clans" absolut nichts zu spüren ist. Wenn Claner, dann bitte richtig, z.B. kein Verbundfeuer auf Gegner, kein Ignorieren von Forderungen und derlei mehr. Gefechte mit diesen Personen verlaufen auch meist sehr laut. (Es ist eine universumsübergreifende Erkenntnis, dass die Lautstärke der Kämpfer im umgekehrten Verhältnis zu ihrem Spielvermögen steht. - siehe Positionierungskämpfe - q.e.d.) Die Kunst beim BattleTech-Spielen liegt nicht darin, den Kampf zu gewinnen ("lousy strategist - great dice roller"), oder gar möglichst viel zu zerstören ("Was? Ich kann niemanden treffen? Dann trete ich eben das Gebäude."), sondern ihn ordentlich, nach besten Fähigkeiten, zu führen. (Obwohl natürlich gut kämpfen und siegen das beste ist!)

In diesem Sinne: Let´s have a better time on the next Con.






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Erstversion vom 05.01.2008. Letzte Aktualisierung am 25.06.2014.