Zurück zur Startseite
Den Artikel drucken

Physikalische Konstruktionsprinzipien

Artikel vom 22.02.2005 aus Hintergrund.

Ein BattleMech ist um ein menschenähnliches "Skelett" aufgebaut, das aus einigen Dutzend "Knochen" besteht. Diese "Knochen" bestehen aus einem Kern aus geschäumten Aluminium in Wabenstruktur, der von einem gehärteten, monomolekularen Siliziumkarbiddraht umhüllt und von einer steifen Titanstahlschale geschützt ist. Jeder dieser starken und ultraleichten künstlichen Knochen besitzt Ansatzpunkte für die "Muskeln" und übrigen Servormechanismen, die den BattleMech bewegen. Die Skelettkonstruktion macht die BattleMechs weniger verwundbar und leichter zu reparieren als Fahrzeuge der herkömmlichen Kastenbauweise es sind.

Muskeln
Struktur bei einem Archer
Struktur bei einem 70 Tonnen Archer
BattleMechs benutzen zwei verschiedene Systeme zur Ausführung und Kontrolle von Bewegungen. Leichte Waffen und Sensoren werden von kleinen elektronischen betriebenen Dreh- oder Zugmotoren bewegt. Größere Bewegungen, bei denen die Gliedmaßen und die Hauptwaffensysteme betroffen sind, werden durch Myomere genannte Bündel von Polyacetylenfasern kontrolliert. Diese Faserbündel ziehen sich unter dem Einfluss elektrischer Ströme stark zusammen und kopieren damit die Tätigkeit menschlichen Muskelgewebes, allerdings in weit größeren Maßstab. Feldreparaturen beschädigter Gliedermaßen sind ohne weiteres durch Ersetzen der Faserbündel oder Austausch gegen Bündel aus anderen Teilen des Mechskeletts möglich. Solcherart umgelegte Faserbündel können einem beschädigte Glied zwar nicht seine volle Funktionstüchtigkeit wiedergeben, aber sie können ihm in beschränkten Maße wieder zu Beweglichkeit und Kraft verhelfen.

Panzerung
BattleMechs werden durch zwei separate Panzerschichten geschützt. Eine äußere Schicht aus strukturgefestigtem Stahl mit guter Wärmeleitfähigkeit schützt vor Lasern und Partikelstrahlwaffen. Diese Schicht ist dabei auch hart und fest genug, um fast jedes konventionelles Projektil aufzuhalten. Eine innere Schicht aus mit monomolekularem Diamantdraht imprägniertem Boronnitrid hält hochexplosive panzerbrechende (HEAP) Geschosse und beschleunigte Neutronen auf. Diese Panzerschicht verhindert, dass Panzerbruchstücke in das BattleMechinnere vordringen. Beide Schichten sind mehrere Zentimeter dick.

Reaktor
BattleMechs benötigen für Bewegung und Gefechtseinsatz eine Menge Energie und sind dazu mit einem Fusionsreaktor ausgestattet, der aus normalen Wasser enorme Energiemengen erzeugt. Die dabei benutzte Fusionsreaktion setzt keine Neutronen frei, so dass der Reaktor unbegrenzt lange betrieben werden kann, ohne radioaktiv verstrahlt zu werden. Sie erfordert jedoch eine Temperatur, die von den der derzeitigen Technologie nicht erreicht werden kann. Dementsprechend können zerstörte Reaktoren nur aus anderen, abgeschossenen BattleMechs geborgen oder in alten Bundeslager gefunden werden.

Der Fusionsreaktor erzeugt durch Magnetwasserkraft Elektrizität. Plasma aus der Fusionsreaktion wird durch Magnetfelder in eine Schleife gebracht. Das Plasma leitet, und die Schleife fungiert als Generatorspirale, die sowohl Strom als auch Restwärme erzeugt. Jeder BattleMech verfügt über Kühlaggregate, um diese Restwärme abzuleiten.

Die interne Wärmestau ist ein ernstes Problem für alle BattleMechs, da zu hohe Innentemperaturn die magnetischen Haltefelder um die Reaktoren beeinträchtigten können. Wenn das magnetische "Gehäuse" des Reaktors auf diese Weise aufbricht, können Fusionsreaktionen auftreten, bei denen Neutronen freigesetzt werden, und die internen Systeme des BattleMechs wären ebenso wie seine Besatzung ernste4n Strahlenschäde ausgesetzt.

Gefechtsschäden, die einen abrupten Zusammenbruch der Haltefelder des Reaktors zur Folge haben, führen nicht zur Explosion. Sie haben jedoch zur Folge, dass der Reaktor unbrauchbar wird.

Bewegung
Je nach Größe und Gewicht erreichen BattleMechs auf freiem Gelände Geh- und Laufgeschwindigkeiten zwischen 40 und 100 Stundenkilometern. Dichte Wälder, Sümpfe und steile Abhänge bremsen sie zwar, aber nur sehr wenige Geländearten können sie auf die Dauer aufhalten. Außerdem können viele Mechs Hindernisse überspringen, indem sie mit Hilfe ihres Fusionsreaktors Luft aufheizen und durch Auslaßöffnungen in ihren Füßen auspressen; auf Vakuumwelten führen sprungfähige Mechs eine kleinere Menge Quecksilber als Reaktionsmasse für ihre Düsen mit. Schließlich können sich noch sämtliche Mechs bei der Durchquerung von Flüssen und kleineren Seen unter Wasser bewegen.

Alle BattleMechs sind in der Lage, aus niedriger planetarer Umlaufbahn heraus in den Kampfeinsatz abzuspringen. Spezielle Bremsdüsen in ihren Füßen gestatten ihn eine weiche Landung aus Absprunghöhen bis zu 320 Kilometern. Während des Eintritts in die Atmosphäre werden die empfindlichen Waffen und Sensoren eines BattleMechs von speziellen Schmelzschilden geschützt.

MechKrieger - die BattleMechpiloten
Die Bewegung eines Mechs wird von einem menschlichen Piloten kontrolliert, dem MechKrieger. MechKrieger tragen Neuroimpulshelme, die mit hochentwickelten Computersystemen in Verbindung stehen. Diese Helme kanalisieren die Sesorinformationen des Mechs direkt zum Mechpiloten und wandeln Primärdaten über Haltung, Bewegung, Gleichgewicht und Geschwindigkeit in Nervenimpulse um, die vom menschlichen Gehirn verstanden werden können. Gleichzeitig wandeln der Helm und die angeschlossenen Computer Impulse aus dem Gehirn des MechKriegers um in Bewegungs- und Kampfbefehle für den Mech. In einem gewissen Sinne kontrolliert der MechKrieger (oder die MechKriegerin - einige der gefürchtesten MechKrieger der Nachfolgerstaaten sind weiblich) den Mech über den Helm, als wäre es sein oder ihr eigener Körper. Neuroimpulshelme können in den Nachfolgerstaaten ebenso wenig produziert werden wie Reaktoren und müssen aus abgeschossenen Mechs ausgebaut oder aus alten Ersatzteillagern des Sternenbunds geborgen werden.

Computer
Zusätzlich zu ihren hochentwickelten Bewegungssystemen benötigen BattleMechs noch Computer zur Bewältigung der Daten aus den Sensoren und Waffensystemen. In den meisten Mechs sind diese Sekundärsysteme relativ simple Geräte, die mit der derzeitigen Technologie hergestellt wurden. Manche Mechs besitzen jedoch noch immer die fortschrittlichen Systeme, die ursprünglich von den Bundestechnikern eingebaut wurden. Mechs mit diesen ultraschnellen Computern besitzen erhebliche Gefechtsvorteile.

Sensoren
BattleMechs beziehen ihre Informationen aus einem Netz der verschiedensten Sensoren, zu denen unter anderem optische Lichtverstärker und Entfernungsmesser auf Laserbasis zählen. Die zum Bau selbsttätig zielsuchender Geschosse nötigen Miniaturelektroniktechniken sind verloren gegangen. In den Nachfolgekriegen finden Gefechte ausschließlich auf direkte Sicht statt.

Waffen
BattleMechs benutzen im Regelfall geladene Partikelstrahlwaffen oder Laser als Hauptwaffensysteme. Energiewaffen werden bevorzugt eingesetzt, da sie beinahe unbegrenzt Kraft aus dem Bordfusionsreaktor ziehen können. Zusätzlich sind viele Mechs mit Lafetten für konventionelle Kurz- oder Langstreckenraketen ausgerüstet. Manche Mechs besitzen auch Schnellfeuerautokanonen oder Maschinengewehre zum Einsatz gegen Infanterie, Flugzeuge und natürlich andere BattleMechs.

Lebenserhaltungssystem
Ein versiegeltes Cockpit mit kompletter Ausstattung, als da wären chemische Luftregeneratoren, Nahrung, Wasser und andere Vorräte, kann den Mechpiloten und einen einzelnen Passagier bis zu einer Woche lang am Leben erhalten. Beide Positionen im Cockpit sind mit Schleudersitzen ausgestattet. Wenn ein BattleMech irreparable Schäden erleidet, können der Mechpilot und ein etwaiger Passagier die Rückwand des Kopfes absprengen und sich hinauskatapultieren.

Reparaturen
Gut ausgerüstete BattleMechs enthalten einen Vorrat an bestimmten Ersatzteilen, Reservemyomeren, Panzerplatten und Ersatzsensoren. Die MechKrieger kann mit diesen Ersatzteilen während des Einsatzes kleinere Reparaturen vornehmen. Nach zwei Jahrhunderten Krieg ist jedoch kaum ein Mech noch gut ausgerüstet. Um genau zu sein, die meisten führen gerade noch ein paar Quadratmeter Panzerplatten mit, und einige haben nicht einmal mehr die für Behelfsreparaturen benötigten Handwerkszeuge an Bord.

Temperaturkontrollen
In ein Gefecht verwickelte BattleMechs erzeugen innerhalb sehr kurzer Zeit eine immense Menge an Restwärme. Der Reaktor, die Bewegungsapparatur und die Waffen produzieren allesamt Wärme, die irgendwie abgeführt werden muß. Mechs können durch hohe Innentemperaturen ernsthaft beschädigt, ja sogar funktionsunfähig gemacht werden. Hohe Temperaturen können die magnetischen Abschirmfelder des Fusionsreaktors beeinträchtigen und harte Strahlung freisetzen, die sowohl die Mannschaft umbringt als auch die Bordcomputer zerstört. Außerdem ist die Elektronik extrem hitzeempfindlich. Große Hitze kann sie beschädigen, was zu einer Verlangsamung in den Bewegungen des Mechs und zu einem Verlust an Genauigkeit beim Einsatz seiner Waffensysteme führt.

BattleMechs regeln ihre Innentemperatur durch Abstrahlung von Restwärme und strikte Kontrollen der Bewegung und des Waffeneinsatzes. Alle Mechs haben Kühlanlagen, die bei der Ableitung der Restwärme helfen. Die aus diesen Anlagen dringende Wärme sorgt dafür daß BattleMechs auf IR- (Infrarot) Ortern wie ein Leuchtfeuer wirken.

Auf gemäßigten oder kalten Welten können auch Boden und Luft bei der Wärmeableitung helfen. in Wüsten oder Dschungeln jedoch, wo die Außentemperatur höher liegt als die Innentemperatur des BattleMech, arbeiten dieselben Prinzipen zum Nachteil des Mechs. Um gegen diese Umweltbedingungen zu bestehen, muss ein Mech die Erzeugung von Restwärme drastisch reduzieren.

Die Wärmeentwicklung kann kontrolliert werden, indem der Bewegungskontrollcomputer eines Mechs und dessen sekundäre Systeme umprogrammiert werden. Diese Computer sind normalerweise so eingestellt, dass sie eine über ein bestimmtes Maß hinausgehende Aktivität des BattleMech und den damit verbundenen Wärmestau verhindern. Wenn ein Mech auf eine Hochtemperaturwelt geschickt wird, wird diese Aktivitätsgrenze herabgesetzt. Der Mech bewegt sich dadurch langsamer als auf einem gemäßigten Planeten und feuert auch seltener seine Waffen ab. Bei einem Einsatz auf einer Eiswelt wird die Grenze hinaufgesetzt, so dass eine schnellere Bewegung und eine höhere Feuergeschwindigkeit möglich wird. Diese Umprogrammierung findet im Regelfall statt, während die BattleMech-Einheit sich an Bord ihrer Landungsschiffe auf dem Weg zum Einsatzort befindet und nimmt grob zwei Wochen in Anspruch.

BattleMechs sind immer auf die erwartete Außentemperatur eingestellt. Dadurch kann ein plötzlicher Anstieg der Außentemperatur katastrophale Auswirkungen auf die Fähigkeit eines Mechs haben, Wärme abzuleiten. Ganze Taktiken sind inzwischen um diesen Punkt herum aufgebaut worden. Zum Beispiel setzen Gefechtskommandeure gerne Wälder in Brand, während feindliche Mechs durch sie vorrücken. Der um die Mechs tosende Feuersturm sorgt entweder für eine Überlastung der Kühlsysteme oder zumindest für eine drastische Reduzierung der Leistungsfähigkeit.

Anderseits lieben BattleMechpiloten Kämpfe um seichten Seen und Flüssen. Das fließende Wasser hilft, die Innentemperatur des Mechs im Rahmen zu halten und gestattet erhöhte Aktivität. Unter ansonsten identischen Bedingungen hat der Seite in einem Gefecht, die Zuflucht im Wasser findet, einen klaren Vorteil. Ironischer weise werden in den Nachfolgekriegen die meisten Feldzüge um die Kontrolle wasserreicher Welten geführt, und die meisten Gefechte auf diesen Welten drehen sich um die taktische Kontrolle von Wasserquellen.

Struktur bei einem Warhammer
Struktur bei einem Warhammer







Kommentare

Bisher noch keine Kommentare.

  Kommentar abgeben
Name:
Text:
 


Erstversion vom 22.02.2005. Letzte Aktualisierung am 23.06.2014.