Zurück zur Startseite
Den Artikel drucken

Rollenspiel - Was ist das?

Artikel vom 07.07.2014 aus Wissenwertes.

Ein Rollenspiel ist zu einem Teil improvisierendes Theater, zu einem Geschichtenerzählen und zum dritten Teil ein Brettspiel. Es wird von einem Meister, der das Spiel leitet, und einer Gruppe von Spielern gespielt, die so agieren, als wären sie ihre Charaktere. Diese Charaktere werden durch eine Reihe von Statistiken beschrieben, die die Fertigkeiten und Attribute beschreiben, die der Charakter währen der Charaktererschaffung entwickelt hat. Diese werden durch den erfundenen (biographischen) Hintergrund und die Persönlichkeit des Charakters vollendet. Der Meister präsentiert eine Geschichte, die Spieler der Gruppe interagieren durch ihre Charaktere mit dieser und anderen, vom Meister gespielten Charakteren.

Auge um Auge Von einer anderen Seite: Jeder von euch hat schon ein Buch gelesen oder einen Film gesehen. In diesem Film tut der Hauptcharakter etwas, von dem das ganze Publikum weis, das es falsch ist. Aber egal, ob wir die Seite aus dem Buch herausreißen oder die Leinwand mit Popcorn beschmeißen, der Charakter tut, was das (Dreh-) Buch von ihm verlangt; der Zuschauer oder Leser ist nur Gast in der Geschichte, und kann sie nicht beeinflußen.

In einem Rollenspiel kontrollieren die Spieler die Aktionen ihrer Charaktere und reagieren auf Ereignisse in der Geschichte, die der Meister präsentiert. Wenn ein Spieler zum Beispiel nicht will, das sein Charakter durch eine Türe geht, tut der Charakter dies eben nicht. Wenn der Spieler denkt, daß sein Charakter sich eher aus einer kritischen Situation herausredet, anstatt seine Pistole zu ziehen, und das Problem durch Gewalt zu lösen, kann er sich herausreden - oder es zumindest versuchen. Das "Drehbuch" in einem Rollenspiel ist flexibel, es ändert sich mit den Aktionen der Entscheidungen, die die Spieler für ihre Charaktere treffen.

Der Meister kontrolliert die Geschichte. Er behält im Hinterkopf, was wann passieren wird, schildert den Spielern Ereignisse, so das sie (oder besser: ihre Charaktere) darauf reagieren können. Außerdem spielt er Charaktere, die in der Geschichte vorkommen, aber nicht von Spielern gespielt werden (solche werden als Non-Player-Charaktere, NPCs, bezeichnet), und bestimmt, wann eine Aktion der Spieler Erfolg hat, indem er das Spielsystem benutzt. Das Spielsystem wird zu Rate gezogen, wenn Charaktere ihre Fertigkeiten einsetzen oder irgend etwas durchführen, bei dem ermittelt werden muß, ob es Erfolg hat, oder nicht. Für die einzelnen Situationen, die solche Erfolgsproben erfordern, werden durch das Spielsystem spezifische Regeln, die einen Würfelwurf erfordern, bereit gestellt.

Beim Rollenspiel entwickelt sich die Geschichte sehr ähnlich wie in einem Buch oder Film, aber viel flexibler, da sie vom Meister weiterentwickelt und nach den Geschehnissen geändert wird. Die Geschichte ist der rote Faden des Spiels, oder auch der Rahmen, in dem sich die Spieler bewegen, und der fest legt, was zu einem bestimmten Zeitpunkt oder auch als Folge von bestimmten anderen Ereignissen geschehen wird.

Viel konkreter ist das Ganze nicht, bis die Spieler ins Spiel kommen. Aber ab diesem Zeitpunkt kann das Abenteuer so packend und dramatisch wie jeder beliebige Film oder jedes beliebige Buch, das man gesehen, beziehungsweise gelesen hat, werden. In mancher Hinsicht wird das Abenteuer sogar noch besser: hier kann man als Spieler direkt in die Geschehnisse eingreifen - und ist nicht auf ohnmächtiges Popcornschmeißen und Seitenherausreißen beschränkt.


Quelle: Älterer Artikel von mechforce.de. Nicht mehr online.






Kommentare

Bisher noch keine Kommentare.

  Kommentar abgeben
Name:
Text:
 


Erstversion vom 07.07.2014. Letzte Aktualisierung am 07.07.2014.